Prof. Mag. Brigitta Weninger, DI Josef Weninger
70 Seiten, ISBN-13: 9783695189175, Verlag: BoD - Books on Demand
Wir haben langjährige Erfahrung mit herkömmlichen Unterrichtsformen in öffentlichen Schulen, aber auch mit alternativen und individualisierten Unterrichtsformen in vielen Privatschulen. Das macht es möglich, dass wir die Vorteile aus beiden Welten zu einer neuen Unterrichtsform vereinen können, die den heutigen Anforderungen an Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft gerecht wird.
Wir Alle wollen doch eine Schule haben, in die Kinder gerne gehen und in der sie entdecken können, wie ihre Umwelt funktioniert und was sie brauchen, um am Arbeitsmarkt und in der Welt den ganz persönlichen Weg zu einem erfüllten Leben und zum Glücklichsein zu finden.
Wir wollen mit unserer Buchserie „1, 2, 3, 4, 5 zur neuen Schule“ nicht nur Visionen erzeugen, sondern auch Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen, die sofort und mit wenig Aufwand in jeder Schule angewendet werden können.
Jedes Buch dieser Serie ist einem der 5 Schritte gewidmet. Veränderung braucht immer Mut, die Buchserie soll dabei helfen, von diesen Veränderungen nicht nur zu reden und zu träumen, sondern ganz konkrete Aktionen zu setzen.
Prof. Mag. Brigitta Weninger
Studium an der Grund- und Integrativ-wissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Abschluss mit dem Akademischen Grad "Magister der Naturwissenschaften" in den Studienrichtungen Mathematik und Leibeserziehung
Abiturientenlehrgang für Datenverarbeitung und Organisation an der höheren Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Wien 5, Spengergasse, Abschluss: Lehramt für EDV
Montessori-Ausbildung bei Claus Kaul in Wien mit Diplom des Institutes für ganzheitliches Lernen, Bad Wiessee und der Päd. Akademie des Bundes Wien, Ettenreichg.
4 Jahre Vorsitzende der Gutachterkommission zur Eignungserklärung von Unterrichtsmitteln im Bereich der Anstalten der Lehrerbildung und der Erzieherbildung IIIe des Bundesministeriums für Unterricht u. Kunst
15 Jahre Lehrtätigkeit - AHS "Maria Regina"
Hospitation an Montessori-Schulen in Holland und Deutschland
Seminarleiterin und / oder Referentin an den Pädagogischen Instituten des Bundes für Niederösterreich., Linz, Salzburg, Kla-genfurt, Graz
Leiterin des Arbeitskreises "Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe"
seit 1994 Ausbildnerin in Montessori-Kursen in Wien und Klagenfurt, Graz und Salzburg
In fast allen Bundesländern Referentin zahlreicher "schulinterner Lehrerfortbildungen"
Leiterin des Pilot-Kurses 1996 "Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe" am Pädagogischen Institut der Stadt Wien
Initiatorin und Direktorin der Wiener Montessori-Schulen 1999 - 2009
Autorin des Buches "Auf neuen Wegen lernen", Auer-Verlag, 1999
Autorin zahlreicher Artikel über Montessori-Pädagogik in Fachzeitschriften
Gründerin und Leiterin der Montessori-Dalton-Schule LUV, seit 2010
Dipl.-Ing. Josef Weninger
Maschinenbau-Studium an der TU Wien, Abschluss mit dem Akademischen Titel "Diplom - Ingenieur", parallel dazu
Gründung und Leitung eines Jugendklubs
23 Jahre als leitender Angestellter in einem Multi-Konzern tätig, zuletzt tätig als Schulungs-, Sicherheits- und Umweltmanager
Hospitationen an Montessori-Schulen in Holland und Deutschland
Gründer und Vorsitzender des Montessori-Schulvereins, des Trägervereins der Wiener Montessori-Schulen
seit 2002 bei WeMont Ausbildner in Montessori-Kursen und zugleich
Vertriebsleiter für die Montessori-Materialien von WeMont
von 2003-2010 Lehrer an der Wiener Montessori-Sekundarschule
seit 2010 Co-Entwickler der WeMont-Materialien
Entwickler zahlreicher Materialien auf Basis der Montessori-Pädagogik
Kassier des Montessori-Dalton-Schulvereins
Seit 2010 Lehrer und administrativer Leiter der Montessori-Dalton-Schule LUV
Verantwortlich für die Gestaltung der Homepage von
www.wemont.at,
www.externist.at und
www.daltonschule.wien
- Das ist die neue Buchserie
„1, 2, 3, 4, 5 zur neuen Schule“
Wir Alle wollen doch eine Schule haben, in die Kinder gerne gehen und in der sie entdecken können, wie ihre Umwelt funktioniert und was sie brauchen, um am Arbeitsmarkt und in der Welt den ganz persönlichen Weg zu einem erfüllten Leben und zum Glücklichsein zu finden.
Wir wollen mit unserer Buchserie „1, 2, 3, 4, 5 zur neuen Schule“ nicht nur Visionen erzeugen, sondern auch Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen, die sofort und mit wenig Aufwand in jeder Schule angewendet werden können.
Jedes Buch dieser Serie ist einem der 5 Schritte gewidmet. Veränderung braucht immer Mut, die Buchserie soll dabei helfen, von diesen Veränderungen nicht nur zu reden und zu träumen, sondern ganz konkrete Aktionen zu setzen.
In dieser Zusammenfassung stellen wir nur einen groben Überblick zur Verfügung, die detaillierte Beschreibung mitsamt Beispielen, Tipps und Umsetzungsvorschlägen ist in den 5 Büchern beim jeweiligen Thema zu finden. Für jedes Fach soll es einen Fachraum geben; wir kennen in herkömm
Alle Lernmaterialien des jeweiligen Faches sind dann in diesem Fachraum zu finden. Da können einzelne Lernstationen entstehen und alle Lernmaterialien haben dann einen fixen Platz. Aber auch die Fachlehrer sind in diesen Räumen. Das ist das Grundprinzip Maria Montessoris und jeder offenen Lernform. Die Lehrer bieten in den Fachräumen immer wieder Präsentationen zu einzelnen Lernzielen an, die mindestens zwei Wochen vorher angekündigt werden. So entsteht ein Menü von Angeboten der Lehrer.
Es gibt also keine Klassenräume mehr, sondern Fachräume. Aber wo kommen diese Räume her? Man braucht keine neuen Räume, die bestehenden Räume werden nur anders verwendet und anders bezeichnet.
Die 4a wird zum Beispiel zum Matheraum, die 4b vielleicht zum Geografie-Raum.
Es geht darum, dass sich die Schüler aktiv dorthin bewegen, wo sie was lernen wollen bzw. sollen. Es wird ihnen nicht nachgetragen oder vorgesetzt, sie selbst setzen eine Aktivität, um etwas zu lernen. Es muss nicht die ganze Klasse in den Geografie-Raum gehen, weil es nämlich diese Klasseneinteilungen beim Fachraumprinzip gar nicht mehr gibt.
Es gibt auch keinen Stundenplan. Jedes Kind hat seine Lernzielliste für das ganze Schuljahr in ausgedruckter und in digitaler Form. Diese Liste enthält alles, was der Lehrplan von Schülern der aktuellen Schulstufe fordert. Damit kann man das Lernen gut planen, die Lernziellisten sind für Schüler, Eltern und Lehrer die unverzichtbare Basis.
|
Umgang
miteinander |
Der Lehrer als der „Hüter des Wissens“ ist genauso überholt und verstaubt wie das Bild von dem „Einzigen, der etwas erklären kann“. Wir brauchen keine „Alleswisser“ in den Schulen, genauso wenig, wie wir „machtbesessene Be- und Verurteiler“ brauchen. Wir brauchen Verbündete der Schüler, die mit ihnen planen, besprechen und die sie beraten.
Diese neue Rolle braucht aber auch die geeigneten Rahmenbedingungen. Grundlage der neuen Lehrerrolle ist die Montessori-Pädagogik und deren Fortführung in der Sekundarstufe, der Daltonplan. Jeder Schüler wählt einen Betreuungslehrer aus, mit dem er Pläne macht, Ziele definiert und immer wieder checkt, ob die gesetzten Ziele auch erreicht werden, so wie es der Daltonplan fordert.
Der Lehrer hilft dort weiter, wo er gebraucht wird. Und er behält den Überblick, welcher seiner Betreuungsschüler in welchem Fach Unterstützung braucht oder ganz alleine zurechtkommt. Die hohe Kunst der Pädagogik ist es, zu sehen, welche Hilfe ein Schüler wann braucht. Jeder Schüler soll selbst probieren dürfen und Fehler machen dürfen; es soll aber kein Schüler an Fehlern verzweifeln.
Das Intervenieren eines Lehrers zum richtigen Zeitpunkt ist eine schwierige Aufgabe, die man nur durch viel Geduld und gutes Beobachten lernen kann.
Wer sich zu viel in einzelne Lernsituationen einmischt, stört den Lernprozess ganz genauso wie jener Lehrer, der sich zu spät oder gar nicht darum kümmert.
Lehrer müssen sich auch für Konflikte und besondere Situationen in der Schule zuständig fühlen. Unsere Kinder sollen nicht lernen, dass man sich das „schon selbst ausmacht“, was in den meisten Fällen heißt, dass der siegt, der mehr Gewalt anwendet.
Es ist überhaupt nicht lustig, wenn sich Lehrer nicht in Streitigkeiten einmischen und Kinder von Mitschülern geprügelt und bedrängt, ja sogar erpresst werden. Es ist unsere Aufgabe als Erwachsene, den Kindern Empathie zu vermitteln bzw. erleben zu lassen, sie zu lehren, dass man einem anderen Lebewesen auf keine Art und Weise weh tun darf und soll.
Unsere Kinder sollen in den Schulen lernen, wie man Konflikte gezielt mit sinnvollen Gesprächen und Vereinbarungen löst.
Es käme auf der Welt nicht zu all den Kriegen, wenn wir unsere Kinder in den Schulen erfahren ließen, wie man Konflikte ohne Gewalt beenden kann, sodass es keinen Gewinner und keinen Verlierer gibt. Thomas Gordon hat uns das schon lange in seinen Büchern erklärt, es funktioniert wunderbar, man muss es nur wollen, als Lehrer bzw. Begleiter von Kindern und Jugendlichen für die Lösung von Konflikten Verantwortung zu übernehmen.
|
Individualisierung |
In herkömmlichen Schulen hat ein Lehrer 30 Schüler und manchmal noch mehr zu betreuen. In guten Privatschulen wird dieser Schüler-Lehrer-Schlüssel oftmals mit 10 : 1 angesetzt. Natürlich ist dieser Schlüssel bis zum Verhältnis 1 : 1 denkbar. Es macht aber keinen Sinn, wenn selbständiges Lernen durch Überbetreuung verhindert wird. Daher gilt der Schlüssel 7 : 1 als idealer Individualisierungsgrad.
Beim individualisierten Unterricht überlegt nicht der Lehrer, was wann gelernt wird, sondern jeder Schüler trifft eigene Entscheidungen. So ein Unterricht funktioniert aber nur, wenn man Transparenz im höchsten Maße zur Prämisse macht. Ein Schüler kann nur dann selbst wählen, wenn er weiß, was er auswählen kann und wie man das macht. Er braucht also eine Lernzielliste, Lernmaterialien und Lehrer, die ihn bei der Auswahl beobachten und dann beraten und unterstützen, wenn er Hilfe braucht.
Individualisierter Unterricht braucht weder eine Tafel, noch eine Glocke. Jedes Kind hat einen eigenen Rhythmus von aktiven Phasen und Erholungsphasen. Natürlich kann man individualisierte Pausen nur dann umsetzen, wenn man dafür die nötigen Rahmenbedingungen und Vorkehrungen getroffen hat.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Inhalte des Lehrplanes dringend überarbeitet gehören. Da dies aber nicht in der Kompetenz eines einzelnen Lehrers oder einer Schule liegt, haben wir das Thema ausgeklammert. Es soll aber betont werden, dass wir meinen, dass Schüler bis zum Abschluss der 8. Schulstufe vorwiegend Dinge lernen sollten, die wir zum Leben in unserer Kultur brauchen. Ein Schüler der 8. Schulstufe muss nicht lernen, wie man zwei Geraden schneidet, aber er sollte lernen, worauf man achten muss, wenn man ein Kind erzieht und wie man einen Haushalt führt. Warum lernen Kinder in der Schule nicht, wie man eine Wohnung renoviert oder wie man sich ein vernünftiges Frühstück macht bzw. welche Dinge in unserer Ernährung wichtig sind?
Zu glauben, dass sie diese Fertigkeiten im Haushalt der Eltern lernen, ist leider in sehr vielen Familien falsch. Aber das sind die Themen, die Kinder brauchen, um ihr eigenes Leben gut gestalten zu können.
|
Lernmaterial |
Das Ziel muss lauten, dass man eine gute Erklärung möglichst allen Schülern zur Verfügung stellt. Im Zeitalter der EDV sollte das kein Problem sein, wir können interaktive Lernprogramme schnell und einfach online zur Verfügung stellen. Die Schwierigkeit ist dabei nur, wer auswählt, was eine gute Erklärung ist. Dafür muss man Anforderungen an die Lernprogramme und ein Auswahlverfahren definieren. Aber man sollte vor Allem das tun, was Maria Montessori getan hat – die Schüler beobachten und daraus die nächsten Aktionen setzen. Kommen viele Schüler mit einem Lernmaterial gut zurecht, so sollte man es allen Schülern zur Verfügung stellen. Gibt es nur wenige Schüler, die mit einem Lernmaterial einen Inhalt auch verstehen und anwenden können, dann braucht es ein anderes Material.
Gibt es interaktive Lernmaterialien, verfallen die Schüler nicht in Langeweile und Inaktivität, sie sollen sich einen Lerninhalt immer aktiv erarbeiten. Ein Film, der abläuft, ist lange nicht so gut wie ein Material, bei dem es was zu tun gibt.
Es geht aber nicht darum, Alles nur mehr online zu lernen, das Ziel muss sein, dass es zu jedem Lernziel mindestens ein Lernmaterial gibt, mit dem man das Lernziel möglichst selbständig erarbeiten kann. Online
oder als Lernmaterial zum Angreifen.
Wer einmal als Bild gesehen hat, dass bei einem Fragesatz das Verb bzw. Hilfsverb und das Subjekt Platz tauschen, braucht keine Erklärung mehr, das merkt man sich lange.
Und dann sollte es auch sehr viel Übungsmaterial geben, damit die Kinder selbst sehen können, ob sie die Lernziele schon beherrschen. Und beim Üben und Wiederholen braucht es dann viele gute Begleiter und Berater, aber auch viele gute Pädagogen, die aufgrund ihrer Ausbildung die richtige und zeitgerechte Hilfe für jedes einzelne Kind finden.
|
Standardisierte Prüfungen |
Will man subjektive Beeinflussung von Prüfungen verhindern, darf die Rolle des Lehrers niemals mit der Rolle des Prüfers in einer Person vereint werden. Diese subjektiven Beeinflussungen der Prüfungen sind selbst dann schlecht, wenn sie gute Noten für schlechte Leistungen zur Folge haben. Wie soll ein Schüler ein positives Verhältnis zur Leistung entwickeln, wenn er auch ohne Leistung positive Noten bekommt? Prüfungen brauchen größtmögliche Transparenz und Gerechtigkeit.
Wenn die Inhalte klar definiert sind und die Schüler die Inhalte gelernt haben, können sie eine Prüfung bei fast jedem Prüfer machen.
Es braucht dann auch keine Noten – die Abzeichnung aller erledigten Lernziele mit einem einfachen „OK“ oder einer Unterschrift eines Lehrers zeigt ein wesentlich genaueres Bild des Leistungsstandes eines Schülers, als es Noten jemals können.
Eine einzige zentrale Prüfungsstelle gibt es in der Schweiz für die externen Maturitätsprüfungen, was eine sehr objektive Lösung ist. Nach diesem Muster könnte man in Österreich eine zentrale Prüfungsstelle für Jahresabschlussprüfungen oder zumindest für Matura und Pflichtschulabschluss einsetzen. Dazu braucht es aber eine Veränderung